JA ZUM LEBEN MAGAZIN

Wie Vision ins Handeln kommen kann

von Sascha | 17. September 2026 | aktuell, Mind, Soul | 0 Kommentare

4 Min. Lesezeit

Wie sieht es eigentlich mit deiner Vision aus?

Zugegeben: Nicht jeder Mensch hat eine klare Vorstellung davon, wie eine mögliche Vision für das eigene Leben aussehen könnte. Deshalb lohnt es sich zunächst zu klären, was eine Vision überhaupt sein kann.

Gemeint ist hier keine Vorahnung. Eine Vision ist vielmehr ein inneres Bild von einer Zukunft, die wir für wünschenswert halten. Zum Beispiel:

Ich möchte zu einer friedlichen Welt beitragen – zu einer Welt, in der niemand mehr unter Krieg, Elend oder Hunger leiden muss.

Das ist eine Vision. Aber ist sie erreichbar? Ist sie tatsächlich umsetzbar? Und was geschieht, wenn wir sie eines Tages vollständig verwirklicht haben? Angenommen, alle Menschen würden friedlich miteinander leben – ohne Hunger, Neid oder Missgunst. Bliebe dieser Zustand dann von selbst bestehen? Oder müssten wir fortwährend etwas dafür tun? Könnten wir den Zustand des Universums einfach einfrieren? Wohl kaum.

Aus der Vision entsteht eine Mission

Vielleicht hilft uns die Vorstellung einer Vision allein zunächst nicht weiter. Trotzdem steckt in ihr ein starker Antrieb. Aus einer Vision lassen sich Missionen ableiten – konkrete Vorhaben, die uns dem großen Bild ein Stück näherbringen.

Was könnte eine Mission im Rahmen der weltweiten Friedensverwirklichung sein? Fällt dir etwas ein?

Vielleicht beginnen wir in einem kleineren Rahmen und schaffen zuerst ein wenig Frieden in unserem unmittelbaren Umfeld. Auch das bringt uns der Vision näher. Eine erste Mission könnte darin bestehen, den schwierigen Nachbarn nicht länger – nicht einmal in Gedanken – als vollkommen unmöglich abzustempeln.

Kein schlechter Anfang. Ist es dir gelungen? Und was macht dieser kleine Perspektivwechsel mit dir? Genau darin liegt die Wirkung: Dein Handeln richtet sich ein Stück stärker an deiner Vision aus.

Kleine Ziele statt unüberwindbarer Hürden

Noch leichter wird es, wenn wir eine große Mission in kleinere Meilensteine unterteilen. Daraus entstehen eigenständige, überprüfbare Ziele, die wir Schritt für Schritt verwirklichen können.

Dem unangenehmen Menschen sofort mit offenen Armen und einem alles verzeihenden Blick entgegenzulaufen, wäre vielleicht etwas zu viel verlangt. Davor darf einiges geschehen. Vielleicht braucht es zunächst Abstand, eine neue Sichtweise oder schlicht die Bereitschaft, nicht länger jedes alte Urteil zu wiederholen.

Und wenn selbst das unmöglich erscheint? Ist dann die Vision falsch? Passt die Mission nicht? Oder sind die damit verbundenen Ziele noch nicht stimmig formuliert?

Dilemma? Trilemma? Oder – wie im Bild – Tetralemma?

Handeln braucht nicht immer einen perfekten Plan

Brechen wir die bisherigen Gedanken noch etwas weiter herunter, bleibt am Anfang wahrscheinlich eine entscheidende Frage: Wann handeln wir?

Der Sozialphilosoph Hans Joas spitzt es in seinem Werk Die Kreativität des Handelns sinngemäß so zu:

Handlung braucht nicht unbedingt Planung.

Lassen wir diesen Gedanken einen Moment für sich wirken.

Viele von uns stecken mitten im letzten, detailreichen und vollkommen verzweigten Planungsschritt. Gefühlt fehlen nur noch ein oder zwei kleine Bestätigungen – dann endlich wird der geniale Plan in die Tat umgesetzt.

Doch was, wenn ich trotzdem falschliege? Vielleicht sollte ich noch einmal den anderen Plan prüfen. Nein, nicht den – den daneben. Oder doch erst ein Diagramm zeichnen? Und noch eine Liste ergänzen?

Am Ende wurde wieder nichts umgesetzt.

Noch einmal: Handlung setzt nicht notwendigerweise Planung voraus.

Vertrauen in die eigene Kreativität

Einfach die Wohnung kündigen und die folgenden drei Monate zur Neuorientierung nutzen? Das ist möglich – wenn man der eigenen Kreativität im Umgang mit den daraus entstehenden Situationen vertrauen kann.

Ein solcher Schritt setzt meist voraus, dass man bereits ähnliche Situationen erlebt und in einem positiven Sinne bewältigt hat. Er ist nicht für alle Menschen und nicht in jeder Lebenslage geeignet. Dennoch kann die grundsätzliche Idee befreiend sein: eine Handlung zu setzen, ohne sie vorher bis ins letzte Detail durchzuplanen.

Es muss nicht gleich die Kündigung der Wohnung sein. Vielleicht bringst du deinem Kollegen heute eine Schokolade mit. Vielleicht stellst du dich zu deinen Kolleginnen in die Raucherecke und lächelst einfach alle freundlich an.

Genial. Tu es!

Was hält uns vom Tun ab?

Es gibt etwas in uns, das uns immer wieder davon abhält, ins Handeln zu kommen. Ganz gleich, worum es geht: Wir wissen, was wir tun könnten – und tun es trotzdem nicht.

Der Ja-Code-Tag hilft auch uns immer wieder dabei, diese fehlende Handlungsfähigkeit im gruppendynamischen Miteinander neu zu entdecken. Er kann auch dir zeigen, welche Vermeidungsstrategien du selbst konstruiert hast, um zB. sich gerade nicht für ein Seminar dieser Art anzumelden – vielleicht weil du innerlich längst ahnst, dass es etwas bewirken könnte.

Tu es. Melde dich noch heute an – gerne gemeinsam mit deiner besten Freundin oder deinem besten Freund. Keine Angst: Ihr dürft sogar nebeneinandersitzen.

Was bewegt dich?

Teile deinen Gedanken zum Impuls – respektvoll, ehrlich und auf Augenhöhe.

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Vom Lesen ins Erleben.

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